Gaswarneinrichtungen in Kläranlagen und bei Abwasserbehandlung
Fest installierte Gaswarnsysteme für Kläranlagen bieten
Sicherheit in jeder Phase der Abwasserbehandlung
Kläranlagen sind komplexe technische Anlagen, in denen täglich große Mengen Abwasser gereinigt und organische Stoffe abgebaut werden. Dabei können toxische, brennbare oder sauerstoffverdrängende Gase entstehen und sich insbesondere in geschlossenen, tieferliegenden oder schlecht belüfteten Bereichen ansammeln – oft geruchlos, giftig oder sogar explosiv. Vor allem Schwefelwasserstoff (H₂S), Methan (CH₄), Kohlendioxid (CO₂) und Sauerstoffmangel (O₂) können zu erheblichen Gefährdungen für Mitarbeiter und Anlagen führen.
Bieler+Lang entwickelt und realisiert Gaswarnsysteme für Kläranlagen – von der einzelnen Messstelle bis zur vernetzten Überwachung komplexer Anlagenbereiche.
Warum sind Gaswarnsysteme in Klärwerken oft unverzichtbar?
- Kläranlagen sind oft großflächig, mit begehbaren Schächten, Pumpwerken und geschlossenen Behältern – ideale Orte für Gasansammlungen. Ohne frühzeitige Erkennung können diese Gase:
- Gesundheit und Leben von Mitarbeitenden gefährden
- Explosionen oder Brände auslösen
- Anlagenteile beschädigen oder Stillstände verursachen
Typische Gasgefahren auf Kläranlagen
Schwefelwasserstoff (H₂S) – toxisch, explosiv und tückisch
Schwefelwasserstoff entsteht insbesondere beim anaeroben Abbau organischer Bestandteile im Abwasser und Schlamm. Das farblose Gas ist schwer wahrnehmbar, bereits in geringen Konzentrationen gesundheitsschädlich und kann sich in tieferliegenden oder schlecht belüfteten Bereichen ansammeln.
Typische Gefahrenbereiche:
- Faultürme und Faulgasbereiche
- Zulauf und Rechenanlage
- Pumpenschächte und Pumpensümpfe
- Kanäle und geschlossene Bauwerke
- Schlammbehandlung
Methan (CH₄) – Brand- und Explosionsgefahr
Methan entsteht insbesondere bei der anaeroben Schlammfaulung und ist ein wesentlicher Bestandteil von Klärgas. In Verbindung mit Luft kann sich ein explosionsfähiges Gasgemisch bilden.
Eine zuverlässige Überwachung ist insbesondere dort wichtig, wo sich Klärgas sammeln oder durch Leckagen freigesetzt werden kann.
Typische Gefahrenbereiche:
- geschlossene Anlagenbereiche
- Faultürme
- Gasräume und Gasleitungen
- Klärgasaufbereitung
- BHKW- und Technikräume
Kohlendioxid (CO₂) – unsichtbare Erstickungsgefahr
Kohlendioxid entsteht bei biologischen Abbauprozessen und kann sich aufgrund seiner höheren Dichte insbesondere in tieferliegenden Bereichen sammeln. Hohe CO₂-Konzentrationen können den Sauerstoffgehalt der Atemluft verdrängen und dadurch eine erhebliche Gefahr darstellen.
Typische Gefahrenbereiche:
- Bereiche mit biologischen Abbauprozessen
- Schächte und Kanäle
- Pumpwerke
- geschlossene Behälter
- Schlammbehandlung
Sauerstoff (O₂) – Sauerstoffmangel rechtzeitig erkennen
In geschlossenen oder schlecht belüfteten Bereichen kann der Sauerstoffgehalt der Umgebungsluft gefährlich absinken. Ursachen können beispielsweise biologische Abbauprozesse oder die Verdrängung von Sauerstoff durch andere Gase sein.
Die O₂-Überwachung ist daher insbesondere für begehbare oder potenziell gefährdete Bereiche von Bedeutung.
Typische Gefahrenbereiche:
- geschlossene Wartungsbereiche
- Schächte
- Kanäle
- Behälter und Becken
- Pumpwerke
Diese vier Messgrößen spielen bei Arbeiten in umschlossenen Räumen abwassertechnischer Anlagen eine zentrale Rolle und werden auch von der DGUV Regel 103-003 ausdrücklich als typische Messgrößen genannt. Je nach Verfahren und eingesetzten Betriebsmitteln kann auch das toxische Gas Ammoniak (NH₃) relevant werden. Neben Schwefelwasserstoff kann es z.B. bei der Schlammentwässerung in Kammerfilterpressen unter Einsatz von Kalk und Eisensalzen entstehen.
Gasgefahren entlang der Abwasserbehandlung
Zulauf & Rechenanlage
Mit dem Abwasser gelangen organische Stoffe und unterschiedliche Belastungen in die Kläranlage. Bei deren Abbau kann insbesondere Schwefelwasserstoff entstehen.
In geschlossenen Zulaufbereichen, Schächten und Pumpensümpfen können sich gefährliche Gaskonzentrationen entwickeln.
Gasüberwachung: H₂S · O₂ · CO₂
Pumpwerke & Schächte
Tiefliegende und schlecht belüftete Bereiche sind besonders kritisch. Gase können sich dort sammeln, während gleichzeitig der Sauerstoffgehalt der Atemluft absinken kann.
Gasüberwachung: H₂S · CO₂ · O₂
Biologische Abwasserbehandlung
Bei der biologischen Reinigung wird organisches Material durch Mikroorganismen abgebaut. Abhängig von Verfahren, Anlagenkonzept und Belüftung können unterschiedliche Gasbedingungen entstehen.
Die Gaswarnung unterstützt dabei die sichere Überwachung geschlossener oder technisch relevanter Bereiche.
Gasüberwachung: H₂S · CO₂ · O₂
Schlammbehandlung & Faulung
Bei der anaeroben Behandlung des Klärschlamms entstehen größere Mengen Klärgas. Dabei sind insbesondere Methan und Schwefelwasserstoff relevant. Auch Ammoniak kann bei bestimmten Verfahren der Schlammbehandlung entstehen.
Die Überwachung dient hier sowohl dem Personenschutz als auch der sicheren Beherrschung brennbarer Gasatmosphären.
Gasüberwachung: CH₄ · H₂S · O₂ ggf. auch NH₃
Klärgas & Energiegewinnung
Das bei der Faulung entstehende Klärgas wird häufig energetisch genutzt. In Gasräumen, Leitungen und technischen Einrichtungen müssen mögliche Leckagen frühzeitig erkannt werden.
Gasüberwachung: CH₄ · H₂S
Sicherheit nach Regelwerk
Gasgefahren auf Kläranlagen erfordern eine systematische Bewertung und geeignete Schutzmaßnahmen.
- Die DGUV Regel 103-003 „Arbeiten in umschlossenen Räumen von abwassertechnischen Anlagen“ beschreibt die besonderen Gefährdungen beim Arbeiten in Schächten, Kanälen, Pumpensümpfen, Rechenanlagen, Schlammsilos, Faulbehältern und weiteren Bereichen von Kläranlagen. Im Rahmen der Gefährdungsbeurteilung ist festzustellen, welche Gefahrstoffe auftreten können und ob Sauerstoffmangel besteht. Für das Freimessen nennt die DGUV unter anderem kontinuierliche Messungen mit direktanzeigenden Mehrfach-Gaswarngeräten. Als typische Messgrößen werden Methan (CH₄), Schwefelwasserstoff (H₂S), Sauerstoff (O₂) und Kohlendioxid (CO₂) genannt.
- Die DGUV Regel 103-602 „Branche Abwasserentsorgung“ beschreibt typische Gefährdungen und geeignete Schutzmaßnahmen für Arbeiten in abwassertechnischen Anlagen. Dazu zählen unter anderem Gefährdungen durch Methan (CH₄), Schwefelwasserstoff (H₂S), Kohlendioxid (CO₂) und Sauerstoffmangel. Für Arbeiten in umschlossenen Räumen fordert die Regel eine messtechnische Kontrolle der Atmosphäre vor Beginn und während der Arbeiten.
- DGUV Information 213-056: Für die toxischen Gase H₂S und Sauerstoffüberwachung ist die aktuelle DGUV Information 213-056 „Gaswarneinrichtungen für toxische Gase/Dämpfe und Sauerstoff – Einsatz und Betrieb“ (bei der BG RCI als Merkblatt T 021 publiziert) sehr relevant. Sie behandelt ausdrücklich Auslegung, Erstinbetriebnahme, Einsatz, Wartung und Instandsetzung solcher Gaswarneinrichtungen.
- DGUV Information 213-057: Für CH₄ bzw. den Explosionsschutz ist die DGUV Information 213-057 „Gaswarneinrichtungen für den Explosionsschutz – Einsatz und Betrieb“ einschlägig. Sie behandelt ebenfalls Auslegung, Erstinbetriebnahme, Einsatz, Wartung, Kontrollen und Instandsetzung.
- Für Anlagen in explosionsgefährdeten Bereichen kommen zusätzlich die Anforderungen der Betriebssicherheitsverordnung und des Explosionsschutzes hinzu. Die BetrSichV verlangt bei entsprechenden Gefährdungen geeignete Schutzmaßnahmen und geeignete Geräte für die jeweilige Zone; für Gaswarneinrichtungen in Ex-Bereichen gelten zudem konkrete Prüfanforderungen.
Gasüberwachung als Teil des Sicherheitskonzepts
Je nach Gefährdungsbeurteilung können Gaswarneinrichtungen dazu beitragen,
- gefährliche Gaskonzentrationen frühzeitig zu erkennen,
- Sauerstoffmangel festzustellen,
- vor explosionsfähiger Atmosphäre zu warnen,
- Lüftungs- und weitere Schutzmaßnahmen auszulösen,
- und Beschäftigte bei Arbeiten in gefährdeten Bereichen zu schützen.
Die DGUV Regel 103-003 sieht bei entsprechenden Gefährdungen neben dem Freimessen vor dem Einstieg auch die Möglichkeit einer kontinuierlichen Gasmessung während der Arbeiten vor.
Ihre Vorteile mit Bieler+Lang – Sicherheit, die zur Anlage passt
Keine Kläranlage gleicht der anderen. Deshalb berücksichtigen wir bei der Planung Anlagenkonzept, Prozessführung, Raumgeometrie, Lüftung und mögliche Gasquellen.
Vier plus Eins häufige Gase – ein durchgängiges Sicherheitskonzept
Mit Bieler+Lang lassen sich die wesentlichen Gasgefahren der Abwasserbehandlung überwachen:
- H₂S – Schwefelwasserstoff
Toxisch – Ziel: frühzeitiges Erkennen, da bereits in niedrigen Konzentrationen giftig und explosiv – bei hohen Konzentrationen geruchslos und lebensgefährlich. - CH₄ – Methan
Brennbar – Ziel: Explosionsgefahr erkennen - CO₂ – Kohlendioxid
Sauerstoffverdrängend – Ziel: Konzentration überwachen - O₂ – Sauerstoff
Sauerstoffmangel erkennen - ausserdem: NH₃ – Ammoniak
Toxisch, brennbar – Ziel: Frühzeitiges Erkennen
Je nach Anforderung können unterschiedliche Messverfahren und Sensoren zu einem durchgängigen Gaswarnsystem kombiniert werden.
Gaswarntechnik für anspruchsvolle Umgebungen – seit Jahrzehnten bewährt
Bieler+Lang – das ist zuverlässige Gaswarntechnik für den Dauereinsatz. Feuchtigkeit, Verschmutzung, aggressive Atmosphären und explosionsgefährdete Bereiche stellen besondere Anforderungen an die Gasmesstechnik. Bieler+Lang bietet hierfür geeignete Sensorik und Systemkomponenten. Bereits seit vielen Jahrzehnten.
Von der Messstelle bis zur zentralen Auswertung
Unsere Gaswarnsysteme können zahlreiche Messstellen zentral überwachen. Alarmmeldungen lassen sich entsprechend der Anlagenanforderungen weiterverarbeiten und beispielsweise mit Lüftungs-, Steuerungs- oder Gebäudeleittechnik verbinden.
Planung, Service & Wartung
Bieler+Lang begleitet Ihre Gaswarnanlage über den gesamten Lebenszyklus – von der Planung und Auslegung über Installation und Inbetriebnahme bis zu Wartung, Prüfung und Service.
Gaswarntechnik für Kläranlagen von Bieler+Lang
Ob einzelne Messstelle oder umfangreiche Anlage: Bieler+Lang entwickelt Gaswarnlösungen passend zu den örtlichen Gegebenheiten und den jeweiligen Anforderungen.
Unsere Lösungen umfassen unter anderem:
- stationäre Gasdetektoren für toxische und brennbare Gase
- Sensorik zur Sauerstoffüberwachung
- Ex-geschützte Messstellen für explosionsgefährdete Bereiche
- zentrale Gaswarn- und Auswerteeinheiten
- analoge und digitale Signalübertragung
- Vernetzung mehrerer Messstellen
- Anbindung an übergeordnete Steuerungs- und Leitsysteme
- Alarmierung und Ansteuerung weiterer Sicherheitseinrichtungen
- Planung, Inbetriebnahme und Einweisung
- Wartung, Prüfung und Service
Von der ersten Messstelle bis zum ganzheitlichen Sicherheitskonzept.
Unsere Gaswarnanlagen erkennen gefährliche Konzentrationen zuverlässig – bevor es kritisch wird. Wir beraten, planen, installieren und warten – damit Ihre Anlage sicher läuft und Ihr Team geschützt ist. Wir produzieren und installieren robuste, wartungsfreundliche und exakt auf die Anforderungen von Kläranlagen abgestimmte Mess- und Alarmsysteme. Bieler+Lang – Weil Sicherheit zählt. Lassen Sie sich beraten.
Unser Werkskundendienst – Ihr Service!
Sicherheit endet nicht mit der Installation. Bieler+Lang unterstützt Betreiber über den gesamten Lebenszyklus ihrer Gaswarnanlage – von der Planung und Inbetriebnahme über Wartung und Kalibrierung bis hin zu Service und Störungsbehebung. Auf Wunsch steht Ihnen auch unser Premium-Wartungsvertrag mit Hotline für Störmeldungen 24/7 – rund um die Uhr zur Verfügung.












